Mehr als 3300 Kröten, Frösche und Molche am Deisterrand
gerettet
Die unglaubliche Zahl von 3318 Amphibien retteten Schüler des HAG und der LTZ, sowie Ehrenamtliche des NABU und der Stadt
im Zeitraum vom 22.02.26 bis zum 13.04.26 am Hochwasserrückhaltebecken Rehpfad, der Max Planckstr. und dem Egestorfer Kirchweg.
Am Anfang wurde von Herrn Barth (Stadtverwaltung Barsinghausen) der Aufbau des Schutzzaunes organisiert.
Mit Beginn der Wanderung übernahmen dann die Schüler der Spalterhalsschulen, sowie die ehrenamtlichen Aktiven des NABU
Barsinghausen und der Stadt dass Einsammeln der Amphibien. Das Ergebnis dieses Projektes kann sich sehen lassen. Mit 3318 geretteten Amphibien wurde die
Zahlen vom letzten Jahr mehr als verdreifacht. Dabei wurden insbesondere in den Abendstunden zahlreiche Tiere von den Straßen und befahrbaren Wegen (Rehpfad, Waldapotheke) gerettet.
Ein Grund für die starke Zunahme in diesem Jahr sind die verstärkten Abendkontrollen des NABU. So konnten alleine am
Abend des 11.03.26 insgesamt 757 Amphibien eingesammelt und zu den jeweiligen Teichen am Rehpfad und dem Haldengelände gebracht werden. Davon über 400
Tiere auf den Straßen und Zuwegungen.
Leider wurden dieses Jahr wieder mehr Amphibien (insbesondere Molche) überfahren, da die
Schutzzäune um die Hälfte reduziert werden mussten. Daher wird nochmals gebeten in den Wanderzeiten diesen Bereich
besonders aufmerksam zu befahren oder wenn möglich zu
meiden. Bei den geretteten Tieren handelt es sich im einzelnen um:
2026 2025
Erdkröten : 2208 745
Fadenḿolche : 772 173
Bergmolche : 283 81
Grasfrösche : 43 14
Feuersalamander : 10 0
Teichmolche : 2 2
Summen: 3318
1015
Verblüffend ist die starke Zunahme der Fadenmolche, die sich mehr als vervierfacht haben. Sie machten auch den größten Teil der überfahrenden Tiere aus, während es bei den Kröten nur zu wenigen Totfunden kam. Teichmolche treten hier nur rudimentär auf sind aber sehr leicht mit den Fadenmolchen zu verwechseln, so dass es durchaus sein kann, dass einige Fadenmolche mit ihnen verwechselt wurden. Fadenmolche stehen aktuell, wie auch Bergmolche und Feuersalamander auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Niedersachsen.
2/3 der Amphibien wurden im Bereich der Rehpfadbecken festgestellt. Da der Bereich
zwischen den Schranken beim
Haldengelände nicht extra kontrolliert wird ist davon auszugehen, dass dort auch noch eine erhebliche Anzahl von Amphibien die Straße querten. Allerdings stehen die Teiche des
Haldengeländes unmittelbar vor der Verlandung.
Als zusätzlichen Ersatzbiotop wurde auf Bitte des NABU dieKlosterforsten im Herbst letzten
Jahres gebeten ein Ersatzbiotop auf der gegenüberliegenden Seite des Haldengeländes zu schaffen. Die Klosterforsten, vertreten
durch Frau Schotte, erklärten sich sogleich bereit und übernahmen auch die Kosten hierfür. In dem neu geschaffenen Teich konnte jetzt schon Grasfrosch- und Erdkrötenlaich festgestellt werden. Auch Feuersalamanderlarven wurden
gesichtet. Dafür nochmals herzlichsten Dank des NABU Barsinghausen an Frau Schotte für die unkomplizierte
Lösung.
Unser Dank gilt auch den Schülern des HAG und der LTS, die ihren Einsatz außerhalb ihrer Schulzeit vor dem Unterricht
ableisteten. Zu erwähnen ist auch, daß die Schüler des HAG zusätzlich in ihrer AG Stunde noch den Müll in der Max Planck Str.
einsammelten. Auch einen herzlichen Dank an die Stadt Barsinghausen, der es im letzten Moment noch gelungen war
einen Amphibienschutzzaun aufzubauen. Dieser wurde diesmal bei durchgefrorenen Boden aufgestellt, was aufgrund des
bevorstehenden Wetterwechsels notwendig war, sowie den Freiwilligen der Stadt Barsinghausen, die schon seit mehr als 20 Jahren das Projekt am Haldengelände begleiten.
Und zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich bei unseren NABU Aktiven bedanken, die im genannten Zeitraum mehr als 500 ehrenamtliche Stunden leisteten. Einige waren in den 7 Wochen fast jeden Abend unterwegs. Vielen Dank Micki, Heinrich, Justin,
Günter, Monika, Manfred, Michael, Andrea, Ira, Augustinus, Matthias und Karl.
Andreas Winneg
NABU Barsinghausen
Bildergalerie der Aktiven in 2026: