Unsere Projekte

So engagieren wir uns für den Erhalt der Natur

Wir vom NABU Barsinghausen engagieren uns schon seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Projekten ganz konkret vor unserer Haustür. Vom Erhalt von bedrohten Lebensräumen und den dort vorkommenden Arten bis zum praktischen Umweltschutz reicht dabei die Palette unserer Aktivitäten.

Auch bieten wir Exkursionen, Wanderungen und Info-Veranstaltungen zu ausgesuchten, aktuellen Themen oder Problemfeldern.

Wir halten auch steten Kontakt mit der Verwaltung und der Politik der Stadt Barsinghausen und wir äußern uns in der Presse. Wir üben Kritik, wir beraten  und wir machen konstruktive Verbesserungsvorschläge bei allen aktuellen Umwelt- und Naturschutzbelangen.

Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen, was wir tun und wie auch Sie uns unterstützten können.

Mehr artenreiche Wegraine - aber richtig

Ausaaten und Pflege müssen stimmen!

-   Wegraine gehören zu den Flurstücken der Wege und sind keine landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Die Verwendung der in der Landwirtschaft üblichen Blühmischungen mit einem hohen Anteil von Kulturpflanzen bzw. gebietsfremden Arten ist außerhalb landwirtschaftlicher Nutzflächen in der freien Landschaft gemäß § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes seit dem 1. März 2020 unzulässig!
Durch diese Bestimmung soll eine Verdrängung der heimischen Flora verhindert und sichergestellt werden, dass nur Pflanzen gefördert werden, die an die jeweiligen Standorte gut angepasst sind und den gebietstypischen Insektenarten bestmögliche Nahrungsgrundlagen bieten.


-   Wenn in Erwägung gezogen wird, die Artenvielfalt von Feld- und Wegrainen durch Ansaaten zu erhöhen, sollte zuvor eine botanische Bestandserfassung erfolgen. Einige Wegraine sind noch von Natur aus relativ artenreich. Diese können durch angepasste Pflege verbessert werden, sollten aber nicht durch Ansaaten verändert werden. Ein Wegrain mit heimischen Wildpflanzen wie Disteln, Rainfarn, Beifuß und Wiesenkerbel ist für Insekten allemal wertvoller als die üblichen Ansaaten von Jägern und Landwirten mit Zier- und Nutzpflanzen (Phacelia, Ringelblume, Mauretanische Malve usw.).


-   Artenarme Wegraine, die fast nur aus Gras bestehen, kommen für eine Ansaat in Betracht. Dabei darf aber nur zertifiziertes Regiosaatgut gebietsheimischer Arten verwendet werden. Geeignete Mischungen bieten die Marktführer Saaten Zeller und Rieger-Hofmann.


-   Vorrangig ist aber eine Optimierung der Pflege von Wegrainen. Dazu gehört ein ausreichender Abstand beim Spritzen und Düngen, damit die Wegraine möglichst wenig davon abgekommen.
Wichtig ist das ein- bis zweimalige Mähen mit Abtransport des Mähguts, um überschüssige Nährstoffe zu reduzieren. Ideal ist die Kombination von frühen und späten Mahdterminen in einem Wegekomplex. Eine frühe Mahd Anfang Juni reduziert hochwüchsige Gräser und fördert eine Nachblüte im Hochsommer, eine späte Mahd ermöglicht die ungestörte Entwicklung von Insekten. Oft entwickelt sich dann von selbst wieder eine artenreiche Vegetation. Ein völliger Verzicht auf Mahd ist nicht sinnvoll, weil sich dann wenige konkurrenzstarke Pflanzenarten
durchsetzen können (z.B. Land-Reitgras, Brennnessel) oder sich Gebüsche ausbreiten. Keinesfalls aber sollten alle Wegraine ganzflächig und gleichzeitig gemäht werden, weil dann schlagartig Nahrungsgrundlage und Deckung für viele Tierarten wegfallen. Das wird leider immer wieder falsch gemacht.


Dr. Olaf v. Drachenfels, NABU-Barsinghausen

Das sind unsere ständigen Projekte

Unsere Schutzgebiete

Hier zeigen wir einen Teil der Bullerbachwaldtal-wiesen, die wir in ein artenreiches Waldwie-sengebiet entwickeln wollen.

Streuobstwiese

Hier zeigen wir eine Obst-streuwiese, auf der wir in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Börde-dörfer Barsinghausen bisher 34 hochstämmige Obstbäume alter Sorten und 40 Feldhecken-sträucher gepflanzt haben.

Lebensraum für Schwalben

In Barsinghausen und den Ortsteilen gibt es schwalbenfreundliche Häuser, deren Bewohner die Ansiedlung und den Schutz der Schwalben fördern.

Der Vogel des Jahres 2020 war die Tutrteltaube, für 2021 wurde das Rotkehlchen gewählt.


NABU-Broschüre: Blütenparadiese statt Schotterwüsten

Auch in Barsinghausen beobachten wir in zunehmendem Maße eine "Verschotterung" der Vorgärten, aus ehemals grünen Vorgartenanlagen werden immer mehr versteinerte und versiegelte Flächen, eintönig grau, kahl und extrem naturfeindlich. So nehmen vermeintlich "pflegeleichte Vorgärten" immer mehr zu, zum Nachteil der Tier- und Pflanzenwelt, zum Nachteil eines gesunden und klimaneutralen Wohnumfeldes.

Nach intensiven Gesprächen mit Politikern und dem Bürgermeister der Stadt Barsinghausen zur Verbesserung der Vorgärten- und Grünflächen in Gebäudenähe erhielt der NABU den Auftrag, eine Broschüre zu entwickeln, die den Menschen wieder mehr Mut und Initiative zur Anlage schöner, bunter und naturnaher Gärten machen soll.

So wurde die neue 20seitige NABU-Broschüre am 11. April um 11:35 Uhr im Rathausvorgarten der Stadt Barsinghausen der  Presse und der Öffentlichkeit präsentiert. Nun kann jede/r interessierte Bürger/in eine der 5000 neuen Broschüren im Rathaus für sich abholen und sich über pflegeleichte Vorgartenanlage, über Arten- und Pflanzenlisten informieren. Beispielhafte Fotos erleichtern die Orientierung und das Erkennen der Gartenpflanzen, die  von Fachleuten empfohlen werden und ein blühendes und trotzdem pflegeleichtes Paradies vor der Haustür schaffen können.

Blühstreifen

 Mehr Blühstreifen und artenreiche Wegraine – aber richtig!

 Hinweise vom NABU Barsinghausen

 

-  Blühstreifen werden auf dem Flurstück des Ackers angelegt. Es handelt sich um Agrarumweltmaßnahmen, die von Land und EU gefördert werden. Die zulässigen Saatgutmischungen und die Behandlung dieser Flächen sind genau vorgeschrieben (vgl. die betr. Internetseiten von Landwirtschaftsministerium, Umweltministerium und Landwirtschaftskammer).

-  Neben Ansaaten sind unbehandelte Ackerränder, die sich selbst begrünen können, für den Naturschutz bedeutsam. Dort können sich heimische Ackerwildkräuter wie Mohn oder Kornblume entwickeln. Solche Streifen werden dort vom Umweltministerium gefördert, wo noch stark gefährdete Ackerwildkräuter vorkommen.
-  Wegraine gehören zu den Flurstücken der Wege und sind keine landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wenn in Erwägung gezogen wird, ihre Artenvielfalt durch Ansaaten zu erhöhen, sollte zuvor eine botanische Bestandserfassung erfolgen. Einige Wegraine sind noch von Natur aus relativ artenreich. Diese können durch angepasste Pflege verbessert werden, sollten aber nicht durch Ansaaten verändert werden.
-  Artenarme Wegraine kommen für eine Ansaat in Betracht. Dabei darf aber nur Regiosaatgut gebietsheimischer Arten verwendet werden. Die Verwendung der in der Landwirtschaft üblichen Blühmischungen mit einem hohen Anteil von Kulturpflanzen bzw. gebietsfremden Arten ist außerhalb landwirtschaftlicher Nutzflächen in der freien Landschaft gemäß § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes seit dem 1. März 2020 unzulässig! Durch diese Bestimmung soll eine Verdrängung der heimischen Flora verhindert und sichergestellt werden, dass nur Pflanzen gefördert werden, die an die jeweiligen Standorte gut angepasst sind und den gebietstypischen Insektenarten bestmögliche Nahrungsgrundlagen bieten.
-  Pflege von Wegrainen: Die Artenvielfalt in einem Gebiet ist am größten, wenn die Pflege auf Teilflächen unterschiedlich erfolgt. Breite Wegraine mit wiesenartiger Vegetation sollten zweimal im Jahr gemäht und das Mähgut entfernt werden. Das erste Mal, wenn die Gräser blühen (meist Ende Mai bis Mitte Juni), das zweite Mal im Herbst. Streifen oder Teilflächen sollten jeweils stehen bleiben, damit für die Tierwelt Refugien verbleiben (auch im Winter) und sich Kräuter aussäen können. Der erste Schnitt sorgt im Besonderen für den Entzug von Nährstoffen, die meist im Übermaß vorhanden sind und befreit später blühende Kräuter von der Konkurrenz hochwüchsiger Gräser. Im Boden nistende Wildbienen können in kurzrasigen, besonnten Bereichen ihre Nester graben. Schmale Säume können bis zum Herbst ungemäht bleiben bzw. wechselweise früh oder spät gemäht werden. Ein völliger Verzicht auf Mahd ist nicht sinnvoll, weil sich dann wenige konkurrenzstarke Pflanzenarten durchsetzen können (z.B. Gräser, Brennnessel, Disteln) oder sich Gebüsche ausbreiten. Keinesfalls aber sollten alle Wegraine ganzflächig und gleichzeitig gemäht werden, weil dann schlagartig Nahrungsgrundlage und Deckung für viele Tierarten wegfallen würden.
-  Weitere Erläuterungen sind einem Faltblatt des NLWKN zu entnehmen:
https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/bluehende-raine-natuerlich-voller-leben-43006.html

 

 

Unter Projekte und NABU-Broschüre "Vorgärten" kommen Sie zur PDF-Version, und dann über download können Sie die 20seitige Broschüre einsehen und im Originalformat DIN A 5 ausdrucken.

2 Eichen für das Ehepaar Edmund Stock, Foto: Andi Stock und Elke Steinhoff

Edmund Stock war viele Jahre lang ein engagierter, kompetenter und wertvoller Helfer bei allem, was dem Naturschutz und der Artenvielfalt in Barsinghausen diente. Er verstarb 2018, 10 Jahre zuvor verstarb auch seine Frau, mit der er immer zusammenarbeitete.
Zum Andenken an das Ehepaar Stock pflanzten wir am 16. November am Stockbach in der Egestorfer Feldmark rechts und links der Brücke 2 schöne Eichen, die der Sohn Andi Stock sponserte.

Volksbegehren Artenschutz - Niedersächsischer Weg

Das Volksbegehren Artenschutz ist am 3. Juni 2020 gestartet, neben dem NABU haben sich der BUND, die Naturfreunde, die Bienenverbände und ca. 160 weitere Unterstützergruppen zu einer Gemeinschaft zusammengefunden, um mit einer Unterschriftensammlung für eine Verbesserung des Artenschutzes in der Politik kämpfen. Die Resonanz war außerordentlich groß, der Widerstand aus Kreisen der Landwirtschaft allerdings leider auch. Deshalb entschied man sich zu einer Übereinkunft aller beteiligten Partner: Umweltverbände, Landesregierung, Landwirtschaftsvertreter. Daraus entstand der "Niedersächsische Weg", in dem wesentliche Teile des Volksbegehrens einvernehmlich beschlossen wurden und sogar die Finanzierung/Entschädigung für die Landwirte festgeschrieben wurde. Diese Übereinkunft gilt als großer Erfolg. Nun gilt es, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen und es müssen effektive Kontrollen stattfinden.

Vermüllte Ortschaften - verdreckte Landschaft - Wir handeln gemeinsam

Gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft Bördedörfer haben wir eine Aktion gegen die Verschmutzung unserer Umwelt initiert: Mit Zeitungsberichten und Aktionen wollen wir auf die allgegenwärtige Müllproblematik aufmerksam machen, die unser Wohnumfeld verschandelt und unsere Böden und Gewässer verseucht.
Im Februar starteten wir mit einer Sammelaktion von Glasflaschen im Gebüsch am Fußballplatz: 120 Flaschen auf kurzer Strecke wurden aus dem Geäst geborgen und entsorgt. Dann geht es weiter mit den hochgiftigen Kippen, Kaugummi, Hundekot, Wegwerfverpackungen und wilden Müllablagerungen in der Landschaft.
Monatlich ein Thema ist an der Reihe!
Mit einem Appell an das Bauamt machen wir aufmerksam auf die enormen Plastikverpackungsmengen und Bauschuttablagerungen an Gewerbebaustellen. In einem Gespräch mit  Bauarbeitern und Gewerbetreibenden auf dem Gelände des neuen Gewerbegebietes am Calenberger Kreisel stießen wir mit unseren Beschwerden teils auf Verständnis und Zustimmung, teils aber auch auf Ab- und Gegenwehr. Dort besteht großer Handlungsbedarf, damit die herumfliegenden Plastikteile und die herumliegenden Festmaterialien schon während der Bauphase, spätestens aber nach der Baufertigstellung zu beseitigen sind, auch auf den Nachbargrundstücken.
Mittlerweile haben wir mehrmals in der örtlichen Presse berichtet über Zigarettenkippen im Stadtgebiet oder überquellende Abfallsammelstellen.

 

Baumschutz in Barsinghausen

Einmal monatlich treffen wir uns zusammen mit dem BUND an einer besonderen Baumart, um den Fokus auf den Schutz und den Erhalt unserer Bäume in unserem Wohnumfeld zu richten.
Nach den Eichen in Egestorf, den Buchen in Egestorf, der Linde in Großgoltern und den Kastanien in Kirchdorf steht nun die Walnuss an, siehe : Termine!
Die Buchengruppe Am Schützenplatz ist bedroht, nach einem Baumgutachten müssen die Bäume entweder gefällt oder saniert werden , damit man sich weiter darunter gefahrlos aufhalten kann.  Der Spielplatz dort unter den Bäumen soll nach Meinung der Ratsmehrheit  und der Verwaltung Priorität  haben vor dem Erhalt der Bäume. Anlieger, eine Gruppe jugendlicher Baumpaten, der NABU, der BUND und die Grünen im Rat sehen das anders und wünschen sich den Erhalt der 11 stattlichen Bäume und meinen, eher sollte man den Spielplatz an anderer Stelle einrichten, denn die großen alten Bäume lassen sich eben leider nicht umsetzen und haben für die Anlieger, für das Wohngebiet und für das Klima eine wichtige Bedeutung. Die Sache ist noch nicht geklärt, wir hoffen jetzt auf die Stellungnahme der Region als Untere Naturschutzbehörde